Ein Abend mit einem befreundeten Fotografen, der sich ernsthaft Sorgen macht
Ein persönliches Gespräch, das mich nachdenklich zurückgelassen hat. Nicht jeder erlebt diese Entwicklung so entspannt wie ich.


Gestern Abend war ich mit einem befreundeten Fotografen essen, jemand, der seit über fünfzehn Jahren hauptsächlich von Produkt- und Unternehmensfotografie lebt. Das Gespräch drehte sich fast zwangsläufig um KI-Bildgenerierung, und er war deutlich besorgter, als ich es aus meinen eigenen Beiträgen der letzten Monate klingen lasse.
Er hat erzählt, dass zwei seiner Stammkunden dieses Jahr erstmals gefragt haben, ob man die Produktfotos nicht „einfach mit KI" machen könnte, um Kosten zu sparen. Für ihn fühlt sich das an wie ein direkter Angriff auf seine Existenzgrundlage, nicht als abstrakte Zukunftsfrage, sondern als sehr konkrete, sehr persönliche Bedrohung.
Ich habe versucht, ihm meine Einschätzung zu erklären, echte Produktfotos mit echten Details, echten Proportionen, echtem Material bleiben für die meisten seriösen Marken unersetzlich. Aber ich habe auch gemerkt, wie leicht es mir fällt, das zu sagen, weil meine eigene Arbeit bisher nicht so direkt betroffen ist wie seine.
Dieses Gespräch hat mir noch klarer gemacht, dass diese Entwicklung nicht für alle gleich verläuft. Für manche Berufe ist es ein spannendes neues Werkzeug. Für andere ist es eine echte, ernstzunehmende Bedrohung des Lebensunterhalts. Ich will in Zukunft vorsichtiger damit sein, diese Entwicklung pauschal als nur positiv darzustellen.
Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999