Der ChatGPT-Hype nervt mich langsam, und trotzdem nutze ich es täglich
Ein Gegengewicht zu meinen eigenen, etwas überschwänglichen Beiträgen der letzten Wochen. Ein paar kritische Gedanken zum Jahresende.


Ich habe in den letzten drei Wochen mehr über ChatGPT geschrieben und geredet als über jedes andere Thema seit Jahren. Zeit für ein paar kritische Gedanken, bevor ich selbst Teil des Hypes werde, den ich eigentlich beobachten wollte.
Erstens: ChatGPT ist kein Orakel. Es generiert Text, der statistisch plausibel klingt, basierend auf Mustern aus riesigen Textmengen. Das ist beeindruckend, aber es ist kein Verständnis im menschlichen Sinn. Wer glaubt, hier spricht eine denkende Maschine, überschätzt, was tatsächlich passiert.
Zweitens: Jede Woche liest man Artikel, die behaupten, dieser oder jener Beruf sei jetzt „tot". Texter tot, Programmierer tot, Designer tot. Das ist Clickbait, keine ernstzunehmende Analyse. Werkzeuge verändern Berufe, sie löschen sie selten komplett aus.
Trotz allem: Ich nutze es inzwischen fast täglich, für Textentwürfe, für Recherche-Ausgangspunkte, für Formulierungshilfe. Das ist die eigentlich interessante Erkenntnis für mich zum Jahresende: Skepsis und tägliche Nutzung schließen sich nicht aus. Man kann ein Werkzeug kritisch einschätzen und trotzdem erkennen, dass es gerade etwas verändert.
Konrad Griesser
Webdesigner & SEO-Experte aus Augsburg — seit 1999
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